Vor der Vermittlung

Jedes Tier wird nach der Aufnahme tierärztlich untersucht, ggf. kastriert, tätowiert/gechipt, von Parasiten (Würmern, Milben, Flöhen etc.) befreit, ein Bluttest auf FIV/Leukose (im Einzelfall und bei Vorliegen von Verdachtsmomenten auch ein FIP-Screening) wird durchgeführt und im Tierpass festgehalten, bei Krankheit erfolgt Weiterbehandlung. Eine Impfung erfolgt nach Absprache und eingehender Beratung.

 

Noch ein Wort zur Ohrtätowierung/Chip: Wir lassen die Katzen auf jeden Fall tätowieren und ggf. zusätzlich chipen. Die Tätowierung ist nach wie vor unersetzlich, wenn ein Tier abhanden kommt. Nicht jeder, dem eine Katze zuläuft, ist ein erfahrener Tierbesitzer, das Einsetzen eines Chips bei Hund oder Katze ist ihm womöglich völlig unbekannt. Und der Chip hat in solch einem Fall leider den Nachteil, dass er nicht zu erkennen ist, wohl aber eine Ohrtätowierung. Um den Chip auszulesen, müsste man auf jeden Fall erst mit der zugelaufenen Katze zum Tierarzt. Macht sich wirklich jeder diese Mühe? Zumal manche Katze nur mit List und Tücke in eine Transportbox zu stecken ist und man sich diese auch u. U, erst noch besorgen müsste. Eine – gut lesbare – Ohrtätowierung erkennt dagegen auch der Laie, macht sich seine Gedanken, dass das Tier doch wohl einen Besitzer haben muss, beginnt nachzuforschen, wo er anrufen muss – und so bringt er den Prozess des Wiederauffindens des Katzenbesitzers in Gang. Leider kann die Ohrtätowierung nach mehreren Jahren etwas unleserlich werden, daher als Zusatz der Chip. Mit der Kombination aus Ohrtätowierung und Chip sind Sie auf der sicheren Seite. Für unsere spanischen Samtpfoten ist die Tätowierung leider nicht möglich, es sei denn, sie werden hier kastriert.

 

Nach unserer Erfahrung sind Katzen bis auf wenige Eigenbrödler meist sehr gesellig und werden daher bevorzugt in Gesellschaft vermittelt (Einzelheiten dazu finden Sie bei der Vorstellung der jeweiligen Katze). Falls sich bei uns zwischen zwei Pflegekatzen eine besondere Freundschaft entwickelt, so vermitteln wir sie nur noch gemeinsam als Pärchen. Während der Dauer des Aufenthalts bei uns können wir dann auch beobachten, ob eine Katze in Wohnungshaltung vermittelt werden kann (ggf. mit netzgesichertem Balkon) oder ob sie weiterhin Freilauf braucht, ob sie auch mit kleinen Kindern zurecht kommen könnte oder eher nicht, ob sie zu Hunden hinzu vermittelt kann oder lieber nicht …… Kurz, wir beobachten und versuchen zu deuten, was sich die einzelne Katze wünschen würde. Nach bestem Wissen und Gewissen, wie es so schön heißt.

 

Tipps zur Zusammenführung von Katzen geben wir im Einzelfall gern. Hier lässt sich unserer Meinung nach nicht viel verallgemeinern. Wir kennen unsere Katzen gut, und wenn Sie uns Ihre Katze und deren Verhalten bestmöglich beschreiben, können wir sicher ziemlich gut entscheiden, welche Katzen zueinander passen würden und wie man sie einander vorstellt. Das „Restrisiko“ ist so sehr gering. Sollte es trotz aller Bemühungen wider Erwarten gar nicht klappen, nehmen wir unsere Katze selbstverständlich zurück und geben sie wieder in die vorübergehende Obhut der ihr bekannten Katzengemeinschaft.

 

Bei Abgabe von Jungtieren müssen sich die neuen Besitzer zur rechtzeitigen Kastration verpflichten. Babykatzen geben wir erst nach vollständiger Entwöhnung vom Muttertier ab, in der Regel nicht unter 12 Wochen und nur als Pärchen oder Zweitkatze, selten und nur aus besonderem Grund als Einzelkatze.

 

Zum Kennenlernen laden wir die Interessenten zu uns ein. Dafür sollten beide Seiten ausreichend Zeit mitbringen. Auch bei spontanem gegenseitigem Gefallen können die Tiere keinesfalls mitgenommen werden, sondern werden auf jeden Fall von uns in das neue Zuhause gebracht (Termin nach Absprache). Freilauf wird vorher überprüft, ebenso die katzengerechte Absicherung eines Balkons/Dachterrasse. Bitte haben Sie dafür Verständnis, es passiert sooo viel.

Unsere spanischen Samtpfoten sollen nach Möglichkeit direkt in ihr neues Zuhause reisen, das wir vorab durch einen Besuch "unter die Lupe" genommen haben. Die Katze kommt dann mit einem Flugpaten oder mit einem unserer eigenen Flüge zu einem vorher mit Ihnen abgesprochenen Flughafen. Die Adoptanten kommen direkt zum Flughafen und holen „ihr“ Tierchen ab und fahren mit ihn nach Hause. Wo erforderlich, helfen wir mit Transport. Das genaue Procedere wird im Einzelfall vorher genau besprochen.

 

Schützgebühr und Vermittlungsvertrag
Um einen Teil der anfallenden Kosten zu decken und um Tierhandel vorzubeugen, wird bei erfolgreicher Vermittlung eine Schutzgebühr von 100-150 Euro pro Tier erhoben – je nachdem wie der Impfstatus ist und ob schon eine Kastration erfolgte - und unabhängig davon, ob eine teure Behandlung/Operation vorausging oder nicht, wieviel Kosten uns auch immer mit dem jeweiligen Tier entstanden …. Sehen Sie die Schutzgebühr bitte als IHREN Beitrag zum Tierschutz und nicht als lästige Verpflichtung. Für ein kastriertes, geimpftes, tätowiertes/gechiptes und getestetes Tier deckt die Schutzgebühr als Unkostenbeitrag natürlich keinesfalls auch nur annähernd die entstandenen Tierarztkosten, von der Verpflegung und Unterbringung ganz zu schweigen. Bedenken Sie bitte auch, dass wir Ihnen und Ihrem Tier stets mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es einmal “brennt”. Solange die Katze lebt. Auch das kostet viel Zeit und manchmal auch Geld (Telefon, Spritkosten). Auch dieser “Service” ist in der Schutzgebühr enthalten.

Wem es möglich ist und wo es von Herzen kommt, sind wir daher für ein freiwilliges Aufrunden der Schutzgebühr sehr sehr dankbar. So helfen Sie uns, dass wir auch weiterhin in Not geratenen Katzen Zuflucht geben können.

 

Eigentumsvorbehalt
Aufgrund einiger unerfreulicher Erfahrungen bleiben die Tiere Eigentum des Vereins Katzenzuflucht e.V., lediglich der Besitzer wechselt und trägt ab der Übernahme alle anfallenden Kosten. Können die neuen Besitzer das Tier bzw. die Tiere irgendwann nicht mehr halten, so sind diese nur an den Verein zurückzugeben (Pärchen nur zusammen). Jede Weitervermittlung bedarf der Zustimmung durch den Verein. Bitte geben Sie frühzeitig Bescheid. Bei Problemen stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite, so dass nach Möglichkeit gemeinsam und rechtzeitig eine für Mensch und Tier zufriedenstellende Lösung gefunden werden kann.